Malediven: Einheimischen Insel oder Resort Insel?

Wenn man von einem Malediven-Urlaub spricht, ist generell zu unterscheiden zwischen Urlaub auf einer Resort-Insel und Urlaub auf einer maledivischen Einheimischen-Insel.

Denn Malediven-Urlaub ist nicht gleich Malediven-Urlaub. Die einen bezahlen 5000€ pro Person für eine Woche mit All Inclusive im Wasserbungalow, die anderen 350€ pro Person für ein Gästehaus mit Frühstück. Doch wo liegen die Unterschiede?

Jeder von uns kennt die traumhaften Wasservillen der Resort-Riesen auf den Malediven. Ob Kuramathi, Kandima, Meeru oder Hilton – wir träumen von einem luxuriösen Bungalow auf Stelzen mit eigenem Pool. Von der Terrasse aus direkt zum Schnorcheln ins Meer – vielleicht sogar eine Rutsche hinein? Das ist der typische Luxus, den man sich unter den Malediven vorstellt. Daher kommt auch der Irrglaube, dass nur die Superreichen unter uns sich einen Urlaub dort leisten können.

Günstiger Malediven-Urlaub

Falls auch ihr in diesem Glauben gelebt habt, kommt hier der ultimative Gamechanger: Seit 2010 ist es Einheimischen offiziell von der Regierung gestattet, eigene Gästehäuser und Hotels zu eröffnen. Seitdem ist endlich auch günstiger Malediven-Urlaub möglich. Doch nur die wenigsten Urlauber wissen davon. Und mit günstig meine ich günstig!

Darum kommt hier eine kleine Kostenaufstellung: Flüge von München nach Male und zurück gibt es ab ca. 500€. Für die Speedboat An- & Abreise zur Insel zahlt man ca. 65€. Unsere Unterkunft kostete uns rund 350€ pro Person für 7 Nächte inklusive Frühstück. Für 7 Tage Mittagessen, Abendessen und Supermarkt Einkäufe bezahlten wir 60€ pro Person. Insgesamt kann man also unter 1000€ bleiben! Der Hammer, oder?

Malediven: Einheimischen Insel oder Resort Insel?

Warum Einheimischen Insel

Außerdem könnt ihr das Leben und die Kultur der Einheimischen auf diesen Inseln hautnah erleben. Ich hätte zwar auch mal nichts gegen eine Luxus-Woche einzuwenden, aber wie ihr mich kennt, mag ich es nicht, nur unter Touristen zu leben. Ich liebe es stattdessen, das einheimische Leben kennenzulernen.

Dafür bezahlt ihr für einen Aufenthalt auch nur einen Bruchteil dessen was euch eine Resort-Insel kosten würde, und ihr könnt in ganz normalen und günstigen Restaurants essen oder etwas trinken gehen.

Außerdem lernt ihr die Einheimischen so kennen, wie sie leben, und nicht nur Resort-Mitarbeiter bei der Arbeit.

Zu beachten auf Einheimischen Inseln

Zu beachten ist auf den Local Islands vor allen Dingen, dass die Inseln muslimisch sind. Man darf nur an ausgewiesenen Bikini Stränden Badekleidung tragen. Es empfiehlt sich außerdem, aus Respekt gegenüber den Einheimischen, die Schultern und Knie zu bedecken, wenn ihr euer Gästehaus verlasst. 

Alkohol gibt es übrigens nicht auf den Malediven und ist zudem verboten.

Die schönsten Einheimischen Inseln

Es gibt einige tolle kleine Local-Islands auf den Malediven. Sie alle haben ihre Eigenheiten und Spezialitäten. 

Maafushi, Maamigli, Ukulhas, Gulhi oder Dhigurah sind nur einige davon. Ich selbst war zwar nur auf Dhigurah, trotzdem habe ich mich vorab über genannte Einheimischen Inseln informiert und möchte euch helfen, die richtige Wahl für euch zu treffen.

Ukulhas

Eine schöne kleine Einheimischen Insel ist zum Beispiel Ukulhas. Mit 2 Stunden Speedboat Entfernung liegt sie eher weiter entfernt von Male. Ein großer Teil von Ukulhas ist Bikini Beach, es gibt einige Ferienhäuser. Ukulhas ist die erste Insel mit eigener Müllverwertungsanlage und daher beliebt unter umweltbewussten Reisenden. Deswegen empfehle ich sie euch von Herzen!

Gulhi und Maafushi

Auch Gulhi ist eine kleine, jedoch schon beliebte Einheimischen-Insel. Gulhi liegt direkt neben Maafushi und beide außerdem sehr nah an Male. Maafushi ist wegen der Nähe zur Flughafen Insel auch eine sehr gute Wahl, außerdem ist hier schon einiges an Unterkünften, Shops, Cafés & Restaurants etc. geboten.

Dhigurah, Dhangheti und Maamigli

Maamigli, Dhigurah und Dangheti liegen im South Ari Atoll, quasi direkt nebeneinander. Die Inseln sind bekannt für den berühmtesten Walhai-Spot in den Malediven. Während man auf Dhigurah vor allem die Ruhe am endlos langen Bikini Beach genießen kann, findet man auf Dhangeti eher einen kleinen Bikini Beach, dafür aber einige Wassersport-Möglichkeiten. Eine Padi Tauchschule gibt es auf beiden Inseln. Maamigli verfügt schon über etwas mehr Infrastruktur, zum Beispiel über mehr Hotels, mehr Cafés und Restaurants. Maamigli hat sogar einen Inlands-Flughafen.

Unsere Wahl: Dhigurah

Mein absoluter Favorit ist natürlich Dhigurah – nicht umsonst hatte ich mich für diese Insel entschieden. Sie besitzt mit ihrer spitz zulaufenden Form den längsten Strand der Malediven (alles Bikini-Beach!) und ist eher ruhig, daher fiel unsere Wahl auch darauf. Dhigurah sowie Dhangethi und Maamigli sind allerdings von Male aus ca. 2 Stunden mit dem Speedboat entfernt. Ihr solltet also am besten nicht so schnell seekrank werden – oder eben das teure Wasserflugzeug nach Maamigli nehmen, um dann nur noch überzusetzen.

Einheimischen Insel Malediven Dhigurah

Wie kommt man nach Dhigurah?

Euer Gästehaus kann euch einen Transport buchen. Es gibt drei Möglichkeiten: Wasserflugzeug, Speedboat oder Fähre. Der Flug mit dem Seaplane ist mit 150$ pro Flug die teuerste aber schnellste und schönste Variante. Das Speedboat braucht auch nur 2 Stunden und ist mit 35$ pro einfache Strecke noch relativ kostengünstig. Es schaukelt euch dafür aber auch ganz schön durch. Die Public Ferry kostet nur ein paar wenige Dollar, fährt aber nicht jeden Tag, fällt öfter mal aus und dauert natürlich einige Stunden lang.

Meine Empfehlung für euch um nach Dhigurah zu gelangen ist eindeutig das Speedboat. Wir wollen uns ja etwas sparen, aber nicht einen ganzen Tag verlieren. Nehmt vorher vielleicht eine Tablette gegen Seekrankheit / Übelkeit wenn ihr da empfindlich seid. Da ich viele Jahre lang im Sommer in Kroatien oft Boot gefahren bin, kannte ich das Gehüpfe und Geschaukle schon. Bei meiner dritten Kreuzfahrt wurde ich allerdings zweimal seekrank – man kann wirklich nie wissen.

Das Speedboat war für mich kein Problem, auch wenn es nach zwei Stunden schon unangenehm für Po & den Rest des Körpers wird, ständig auf dem Sitz herumzuhopsen. 

Unser Speedboat gehörte übrigens zum Endheri Express und fuhr bei Ferry No 1 nähe des MMA Gebäudes ab. Die Taxifahrer wissen aber Bescheid, wenn ihr sagt zu welcher Ferry Number ihr müsst.

Einheimischen Insel Malediven Dhigurah

Das ist Dhigurah

In Dhigurah gibt es 2-3 Restaurants und ein Café. Unser Favorit zum Abendessen ist das Café Dune. Außerdem gibt es eine Padi Tauchschule, Wassersport Möglichkeiten und einige nette Gästehäuser. Recht viel mehr ist nicht geboten – man hat sehr viel Ruhe. Und genau diese suchten wir 😊

Am Strand trifft man nicht auf viele andere Touristen, nur hier und da mal Einzelpersonen, Pärchen oder eine Familie. Daher fühlt es sich schon sehr privat an. 

Man kann die ganze Insel entlang spazieren indem man bis zur Spitze hinunter läuft. Das dauert schon eine gute Stunde.

Übrigens ist die tolle Sandbank-Spitze jeden Freitag und Samstag für die Einheimischen reserviert, weshalb man sich an diesen Tagen nur nach muslimischen Gegebenheiten bekleidet dort aufhalten darf. 

Der Rest des langen Bikini Beach ist aber immer noch in Badekleidung frei zugänglich.

Auf der Ost-Seite der Insel darf man übrigens gar nicht ins Wasser gehen – das ist zu gefährlich und so sind eben die Regeln für die Besucher der Insel.

Einheimischen Insel Malediven Dhigurah

Dhigurah Unterkunft

Unsere Unterkunft war das Dhigurah Retreat Beach, ein tolles 3 Sterne Hotel. Ihr könnt es bei Booking.com buchen, oder ihr kommentiert hier unter dem Blogpost mit eurer E-Mail Adresse, dann schicke ich euch den direkten Whatsapp Kontakt des (super netten) Hotelbesitzers Saneeh.

Günstige Flüge finden

Hier findet ihr übrigens meine Anleitung zum Suchen günstiger Flüge. Da gibt es auch einiges zu beachten.

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1 Kommentar

  1. Melissa
    Mai 3, 2020 / 9:31 pm

    Wow – wie ausführlich und toll ist das alles beschrieben mit den tollen Bildern – selbst wenn man nicht dabei war, stellt man es sich genauso vor. Durch Wörter – Bilder malen – Perfekter Reiseblog. Auf jeden Fall mehr als empfehlenswert 🙂

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